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Standort Deutschland – Ja oder Nein?, vom 03.08.2009
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Die USA und Deutschland sind neben Japan die weltweit bedeutenden Schlüsselmärkte für Patentsachen. Insbesondere der deutsche Patentmarkt ist begehrt und erzielt seit mehreren Jahren hohe Zuwächse. US-Patentkanzleien betrachten den deutschen Markt daher zunehmend als wichtigen Baustein ihrer internationalen IP-Strategie und eröffnen eigene Büros in Deutschland. Vor diesem Hintergrund hat Ising International Consulting eine Umfrage unter US-Patentkanzleien zur Internationalisierung des Patentmarktes durchgeführt. Themenschwerpunkte waren die Einschätzung der Entwicklung des grenzüberschreitenden Patentgeschäfts und die eigenen Internationalisierungsstrategien der befragten Kanzleien, insbesondere hinsichtlich des deutschen Marktes. Ziel der Marktstudie war es, durch direkte Befragung der Entscheidungsträger einen Überblick über die derzeitige Situation und die Perspektiven aus Sicht der beteiligten Kanzleien zu erhalten.
Deutschland im Trend
Jede 2. Kanzlei geht davon aus, dass die Eröffnung eines eigenen Büros in Deutschland ein Thema für die Kanzlei werden wird. Diese Einstellung reflektiert den seit 2007 zu beobachtenden Trend zur Eröffnung eigener Büros in Deutschland durch US-Patentkanzleien. Aus diesem Grund ist es nicht überraschend, dass die Mehrzahl der befragten Kanzleien von einer Realisierung des Vorhabens in den nächsten 2–5 Jahren ausgeht. 24 Prozent der Befragten rechnen mit einem Zeitraum von 1–2 Jahren und immerhin noch 14 Prozent planen eine sofortige Umsetzung. Als Grund für die Eröffnung eines Auslandbüros werden an erster Stelle die Verbesserung des Kanzleiimages genannt, gefolgt von einer strategischen Ergänzung des bisherigen Leistungsportfolios und der Akquisition von Neugeschäft.
Weitere Zunahme des internationalen Patentgeschäfts
95 Prozent der Kanzleien sind der Auffassung, dass internationale Patentstrategien für
global agierende Unternehmen unverzichtbar sind. Die weit überwiegende Mehrzahl der Befragten sieht die Globalisierung der Wirtschaft als einen der wichtigen Treiber für die Weiterentwicklung des Patentmarktes. Die Patentstrategie muss daher in die zunehmend internationale Unternehmensstrategie eingebettet werden. Durch eine stimmige internationale Patentstrategie eröffnet sich den Unternehmen die Möglichkeit, die eigene Marktposition zu stärken. Als Folge der zunehmenden Internationalisierung des Patentmarktes erwartet die weit überwiegende Mehrzahl der befragten Kanzleien eine Zunahme des internationalen Geschäfts.
Unzufriedenheit mit der bisherigen Abwicklung von Referrals
46 Prozent der befragten Kanzleien sind mit der bisherigen Abwicklung überhaupt nicht zufrieden. Weitere 28 Prozent geben an, dass die Qualität der Zusammenarbeit mit ausländischen Kanzleien besser sein könne. Lediglich 24 Prozent der Befragten sind mit der bisherigen Handhabung zufrieden bzw. sehr zufrieden (2 Prozent). Bisher geben 82 Prozent der befragten Kanzleien Referrals an ausländische Kanzleien ab. Die Anzahl richtet sich nach dem jeweiligen Volumen des Auslandgeschäfts. Die Größe der Kanzlei spielt keine Rolle. Unabhängig vom Formalisierungsgrad der jeweiligen Kooperation mit den ausländischen Kanzleien, sind insgesamt 74 Prozent der befragten Kanzleien mit der Qualität der bisherigen Abwicklung überhaupt nicht zufrieden bzw. geben an, dass die Qualität besser sein könnte. 52 Prozent der Befragten sehen Referrals daher nur als Übergangslösung an.
Expansion in ausländische Zielmärkte mit eigenen Auslandsniederlassungen
Deutschland, Spanien und Frankreich sind die Spitzenreiter unter den ausländischen Zielmärkten für US-Patentkanzleien. Jede zweite Kanzlei beabsichtigt, eine eigene Auslandniederlassung in Deutschland zu gründen.
Über ein Drittel der Kanzleien, die mit einer weiteren Zunahme des Cross-border-Geschäfts rechnen, gehen davon aus, dass als Folge die Anzahl der Büros von US-Kanzleien im Ausland steigen wird. Innerhalb Europas nimmt Deutschland einen Spitzenplatz unter den möglichen Auslandsstandorten ein, gefolgt von Spanien und Frankreich. Jede zweite befragte Kanzlei rechnet damit, ein eigenes Büro in Deutschland zu eröffnen. 62 Prozent sehen Deutschland als Gateway in die Osteuropäischen Länder. Aber: 42 Prozent der Befragten haben keine konkrete Vorstellung, in welcher deutschen Stadt sie ein Büro ansiedeln würden. 36 Prozent sehen München als möglichen Standort, gefolgt von Frankfurt mit 29 Prozent. Bei der personellen Besetzung wollen die Kanzleien überwiegend auf European Patent Attorneys bauen. |
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